Roberto Bertozzi

Gemeinderat der Stadt Zürich

Mitglied der Rechnungsprüfungskommission

Vorgänge zwischen Körper, Kopf und Gesicht

Die wechselseitigen Vorgänge zwischen Körper, Kopf und Gesicht

Die Gesichts-, Gehirn- und Schädelentwicklung einer Person steht in einem direkten Zusammenhang mit der Gesamtkörperentwicklung. Diese steht wiederum im Zusammenhang mit der natürlichen Umwelt (Aerni, 2003, S. 229 ff.). Die einmal geprägte Form des Gesichts wirkt auf den Schädel und das Gehirn zurück. Die direkte Beziehung zwischen dem Gesicht und Gehirn wird durch die Gehirnnerven ermöglicht.

Aber nicht nur im Gesicht, sondern an der ganzen Physiognomie eines Menschen kommt die ganze individuelle Persönlichkeit zum Ausdruck.

Die Physiognomie eines Menschen

Aus der Physiognomie kann man den Charakter, die Talente und Begabungen der betreffenden Person erkennen, weil die Physiognomie genau das Innere, Geistige eines Individuums mit mathematischer Genauigkeit widerspiegelt. Die Talente und Begabungen eines Menschen drängen im Alltag, auch unabhängig von äusseren Impulsen, zur Verwirklichung.

Konsequenz: Ist man in der Lage, die leitenden Persönlichkeitsmerkmalen zu erfassen, kann man zusammen mit der betreffenden Person Strategien entwickeln, wie sie ihre Stärken optimal entwickeln und im Alltag umsetzen kann. So ist es möglich, dass diese Person richtig eingesetzt wird, damit sie einen wesentlichen Beitrag für unsere Gesellschaft leistet.

Am Gesicht ist wahrnehmbar:

  • Das unbewusste Innere. Es wird durch das vegetative Nervensystem und die Hormone sowie durch die Blut- und Lymphbahnen vermittelt.

  • Das bewusst Körperliche. Es wirkt durch das Gehirn und seine Nerven auf die Augen und die Gesichtsmuskeln.

  • Die bewusst wahrgenommenen Reize der Umwelt. Sie werden über die Sinnesorgane und Gehirnnerven dem Gehirn und durch die Hirnbewusstseinszentren dem Gesicht und den Augen wieder durch Gehirnnerven vermittelt.

Die Huter’sche Psychophysiognomik geht davon aus, dass eine persönliche Entwicklung das ganze Leben lang möglich ist. Bei den primären und sekundären Naturellen ist eine Entwicklung sogar eine Voraussetzung, um die Lebenszufriedenheit zu erhalten. Findet hingegen ein Stillstand in der Entwicklung statt, so tritt Unzufriedenheit und zeitweise auch eine Rückentwicklung (Regression) ein. Der Drang nach Höherem ist in der konzentrierten Empfindungsenergie Helioda in jedem Individuum stärker oder schwächer ausgeprägt (Aerni, 2010). Das gesunde Gefühl dafür kann aber zeitweise verloren gehen.

Die Grundlage der Entfaltungsmöglichkeit einer Person liegt grundsätzlich in ihrer vererbten Anlage. Nur innerhalb dieser Grenzen ist eine optimale Entwicklung möglich. So kann sich zum Beispiel ein Bewegungsnaturell im Laufe des Lebens zu einem Bewegungs-Ernährungsnaturell oder zu einem disharmonischen oder harmonischen Naturell entwickeln, aber nicht beispielsweise zu einem primären Empfindungsnaturell, da die Entfernung zu seiner ursprünglichen Anlage zu gross wäre (Aerni & Huter, 2004).

Äussere, von der objektiven Aussenwelt ausgelöste Reize, die ein Individuum über seine Sinnesorgane wahrnimmt, lösen innerlich eine differenzierte Bewertung und Verarbeitung seiner Umwelt aus. Die Reize von aussen werden von unseren Sinnesorganen objektiv zum Zentralnervensystem weitergeleitet und dort verarbeitet. Die Rückkoppelung dieser Reize erfolgt unter Umständen aber verzerrt, sodass am Schluss des Verarbeitungsprozesses eine selektive Wiedergabe des wahrgenommenen stattfinden kann (Aerni, 2003, S. 145 ff.).

Gewohnheiten und Vorurteile, die durch Erfahrungen im Laufe eines Lebens zustande gekommen sind, können unsere Handlungsweise empfindlich prägen. Oft ist das gesunde Gefühl in einem Individuum, welches nach Carl Huter auf die Empfindungsenergie Helioda wurzelt und im Körper in jeder einzelnen Körperzelle im Zentrosom ihren Sitz hat, abgestumpft. Oder die Person steht unter Selbst- bzw. Fremdsuggestion. In diesem Fall sollte eine Fachperson die betreffende Person sensibilisieren, auf ihr angeborenes Gefühl zu hören, weil dieses ein wichtiger Indikator für mögliche Lösungsansätze ist. Zudem kann durch die Huter'sche Psychophysiognomik ein objektiveres Bild der Umwelt vermittelt werden.

Temperament & Impuls [weiterlesen]

Aerni, F. (2003). Lehrbuch der Menschenkenntnis: Einführung in die Huter’sche Psychophysiognomik und Kallisophie. Carl-Huter-Verlag.

Aerni, F. (2010). Suggestion und Helioda: Die Entdeckung und die experimentelle Darstellung der Elementar- und Helioda-Strahlen durch Carl Huter. Carl-Huter-Verlag.

Aerni, F., & Huter, C. (2004). Die Naturell-Lehre als Grundlage der praktischen Menschenkenntnis. Carl-Huter-Verlag.

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